„Insgesamt ein faszinierendes Konzept, das auf den ersten Blick fasziniert und besticht. Und vor allem sehr streitbar ist. […] Aber vielleicht ist die Zeit einfach noch nicht reif.“
Das Projekt für den Hegelplatz entwickelt sich aus einer dualen Lesart.
Im Entwurf wird die Spannung zwischen den klassischen Anforderungen an den öffentlichen Raum wie Flexibilität, Zugänglichkeit und Neutralität und den heutigen Ansprüchen an ökologische Resilienz, urbaner Biodiversität und mikroklimatischen Aspekten klar konstruktiv verstanden. Diese Gegensätze synthetisieren sich zu einem urbanen Freiraum, der Infrastruktur und Landschaftsökologie als integriertes System begreift.
Der Entwurf operiert mit drei konzeptionellen Ebenen: dem „Grau“ als mineralischem Stadtplatz mit historischer Prägung und hoher Nutzungsflexibilität; dem „Grün“ als urbanem Ökotop in Form eines dicht geschichteten Stadtwalds zur Förderung von Biodiversität, Wasserrückhalt und Habitatbildung; sowie dem „Graugrün“ als synthetischer Raumfigur, in der beide Logiken überlagert werden und ein urbaner Hain entsteht, der Aufenthalt, Bewegung und Spiel unter einem kontinuierlichen Baumdach ermöglicht.
Die gezielte Integration von Bestandsbäumen und Denkmälern prägt die räumliche Kohärenz und schlägt den Hegelplatz als resiliente urbane Landschaft vor.
Der Entwurf verzichtet bewusst auf starre Zonierungen zugunsten eines offenen, vielseitig nutzbaren Raums, in dem flexibel einsetzbare Ausstattungselemente sportliche, spielerische und kommunikative Nutzungen unterstützen. Die barrierefreie Erschließung erfolgt über eine materialhomogene Oberfläche aus Kleinsteinpflaster, ergänzt durch subtile taktile und visuelle Orientierungselemente.
Ein integriertes Regenwassermanagement leitet Niederschläge von den befestigten Flächen in die zentrale Vegetationsfläche und stärkt damit die ökologische Leistungsfähigkeit des Systems. Der bestehende Baumbestand wird weitgehend integriert und bildet die Grundlage der vegetativen Struktur.
Der Umgang mit dem Hegeldenkmal erfolgt zurückhaltend und respektvoll. Seine Lage bleibt unverändert, wird jedoch durch die räumliche Neuordnung stärker in den Platz eingebunden und freigestellt. Insgesamt formuliert der Entwurf den Hegelplatz als hybriden urbanen Landschaftsraum, in dem Infrastruktur, Ökologie und soziale Nutzung in einer dichten, zeitgenössischen Synthese zusammengeführt werden.